Rohdetherm

Blankglühen

Unter Blankglühen versteht man die Wärmebehandlung von un- oder niedrig legiertem Stahl und Buntmetallen unter einer Sticksoff-Wasserstoff-Atmosphäre. Der Wasserstoffanteil variiert hierbei je nach Werkstoff und Prozesstemperatur und letztendlich natürlich auch je nach dem gewünschten Prozessergebnis.

Besteht die Atmosphäre hauptsächlich aus Stickstoff (also <= 5% Wasserstoffanteil), finden keine nennenswerten Reaktionen der Atmosphäre mit dem Glühgut statt. Das Schutzgas (in diesem Fall z.B. Formiergas 95/5) dient hauptsächlich zur Verdrängung von oxidierenden Gasen aus dem Prozessraum der Ofenanlage wie z.B. Sauerstoff (Luft) oder Wasserdampf.

Bei steigendem Wasserstoffanteil in der Ofenatmosphäre gewinnt der Effekt der Reduzierung von Oberflächenoxiden immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig nimmt auch die Wärmeleitfähigkeit des Schutzgases mit steigendem Wasserstoffanteil zu. Dies hat zusätzlich positive Auswirkung auf die Aufheiz- und Abkühlgeschwindigkeiten des Glühgutes.

Für bestimmt Werkstoffgruppen muss die Behandlung aufgrund der Gefahr der unbeabsichtigten Aufstickung unter Edelgasen durchgeführt werden, z.B. unter Wasserstoff-Argon-Gemischen.

Wärmebehandlungen unter einer reinen Wasserstoff-Atmosphäre finden in speziell ausgerüsteten Ofenanlagen statt. Solche Ofenanlage in den verschiedensten Größen gehören selbstverständlich zu unserer Produktpalette.

Die Stickstoff-Wasserstoff-Gemische können hierfür als fertige Schutzgase breitgestellt werden (z.B. Tank oder Flaschenbündel) oder auch direkt an der Ofenanlage in unserem Gasregelstand aus den Einzelgasen erzeugt werden.