Rohdetherm

Vergüten

Unter Vergüten versteht man Härten mit nachfolgendem Anlassen bei meist höheren Temperaturen. Man erzielt dadurch eine hohe Zähigkeit bei bestimmter Zugfestigkeit. Eine Vergütung bewirkt die Erhöhung der Zugfestigkeit, der Streckgrenze, der Einschnürung und der Kerbschlagzähigkeit gegenüber dem normal geglühten Zustand.

 

Viele Stähle werden von den Stahlwerken in Form von Walz- oder Schmiedestücken in vergütetem Zustand geliefert. In der Regel liegen die Zugfestigkeitswerte je nach Querschnitt bei etwa 700 bis 1000 N/mm². Eine spanende Verarbeitung ist noch ohne größere Schwierig-
keiten möglich. Ein Nachteil der Werksvergütung liegt darin, dass nicht immer optimale Gefügegleichmäßigkeit zu erzielen ist, da in der Regel verhältnismäßig große Chargen in entsprechenden Ofenanlagen und Abschreckbädern gleichzeitig behandelt werden. Bei der Stückvergütung kann das Härtegut besser voneinander distanziert werden (lockere Chargierung). Damit ist eine gleichmäßigere Erwärmung und Abschreckung möglich. Die Kosten bei der Stückvergütung liegen wesentlich höher als beim werksvergüteten Stahl.